Archiv für den Monat: Juli 2020

Übergriffigkeit und Formen von Gewalt – Ein Artikel von Dami Charf macht mich nachdenklich (und das hat sie schon öfter erreicht :)

Ein Blogartikel der ein Thema beleuchtet, welches sehr häufig subtil präsent ist aber sehr selten angesprochen oder besprochen wird. Aus vielen Gründen. Erst wenn es mehr Bewusstheit gibt über die Vielzahl – die Normalität von einer Art einschneidender Erfahrung, die alles unnormal werden lässt, die nicht normal sein soll, erst dann wird es weniger werden können. Hier geht es um sexuelle Gewalt, Übergriffigkeit, wo das anfängt und was der Begriff beinhaltet bzw. welche Erfahrungen in diese Kategorie gehören. Eng verknüpft damit ist eine noch abstraktere Form von Gewalt , welche aber in mancher Hinsicht den Nährboden für die im Artikel beleuchteten Themen bietet : Mentale Gewalt. Sehr subtil oft und natürlich extrem verbreitet . Alleine durch unsere Entwicklungsgeschichte zum Teil erklärbar durch die harten Jahrhunderte und Jahrtausende, in denen es ums überleben ging. Wobei das nicht selbstverständlich mit Gewalt gegen die nächsten einher gehen muss. Jeff Brown hat unsere Zeit in einem seiner Bücher als eine Zeit beschrieben, in der ein Übergang aus dem Zeitalter von „Überleben“ organisierendes Prinzip hin zu „Authentizität“ als organisierendes Prinzip möglich ist. Dies bedeutet aber auch dass wir uns den Raum für gelebte Authentizität nehmen und erarbeiten müssen, da Strukturen auf vielen Ebenen eintrainiert sind und wie Schwungräder ein Moment haben – auf individueller und kollektiver / kultureller Ebene. Bei der Veränderung jedoch nicht übers Ziel hinaus zu schießen ist ebenso wichtig , daher ist Authentizität das richtige Wort. Aber die Ebene auf der man authentisch ist , muss erstmal frei geräumt , oft gegraben und gekratzt werden. Die subtileren Formen von Gewalt sind in mentalen Strukturen zu finden und noch normaler als die körperliche. Diese mentalen Formen von Gewalt sind die, welche in der „gewaltfreien Kommunikation“ beleuchtet und ertastet und geübt und verinnerlicht werden. (Ich habe vor allem Seminar Aufnahmen von Robert Gonzales gelauscht, einem Schüler von Rosenberg, und kann diese wärmstens empfehlen.)
Es geht um die Art, die Haltung im Umgang mit sich selbst und den daraus folgenden Haltungen und Arten des Umgangs mit anderen. Auf diesen Ebenen bestehen weitere Formen von Gewalt, inklusive sexueller Übergriffigkeit. Dies sind ebenso vererbte wie antrainierte Umgangsformen. Und es beginnt mal wieder bei jeder einzelnen und jedem einzelnen im Umgang mit sich selbst. Der erweiterte Traumabegriff bietet dann eigentlich erst Einstieg in die wiederum darunter liegende Ebene. Denn die Empfindungen, die für die authentische liebevolle Präsenz mit sich und jedwedem Gegenüber nötig sind, sind so häufig belastet, gehemmt durch die Auswirkungen von Verletzungen und suboptimale Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen , die beim heranwachsen des Organsimus vorgefallen sind. Hochachtung an alle die diesem improvisiert herausgeschriebenen Text folgen konnten. Ich hatte nicht vor, ihn so auszuführen und zu editieren , daher drücke ich jetzt auf Posten und hoffe dass ich heute Abend wenn wieder Zeit ist nicht alles gelöscht oder umkonstruiert werden muss.
Dieser Dami Charf Artikel gibt einfach mal wieder in alle Richtungen Anlass zum Denken und Diskutieren. ❤️

Der größte Verrat